Etwa 7 Kilometer von der Westgrenze der Kolonie Neuland entfernt steht das Dorf Yacacvash mitten in einem Landstück, das wir zwischen 1999 und 2004 finanziert haben. Dort leben etwa 55 Familien, die der Gemeinschaft der Nivaclé-Manjui angehören.

In den vergangenen elf Jahren hat sich diese Gemeinschaft eindrücklich entwickelt. Weitgehend in Eigenleistung und mit der finanzieller Hilfe der Departementsbehörden und verschiedener Organisationen haben sie jeder Familie ein Backsteinhäuschen errichtet, Gärten angelegt und auf Savannengebieten Gemeinschaftsfelder eingerichtet. Auf den Gemeinschaftsfeldern ist jede Familie für einen Streifen von etwa 50 auf 300 m verantwortlich. Hier wird noch weitgehend von Hand gejätet und geerntet. Angebaut werden Sesam, Rizinus, Bohnen, Kürbisse. In einem grösseren Schuppen stehen ein Traktor mit Anhänger und verschiedene Verarbeitungsmaschinen für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Sie wurden ihnen von benachbarten Farmern geschenkt. Den Unterhalt der Maschinen müssen die Indigenen aber selber bestreiten mit dem Erlös der Produkte der Gemeinschaftsfelder. Seit kurzem führen sie auch eine  kleine Viehwirtschaft, für deren Weiden und Zäune die Kirchgemeinde Hölstein aufgekommen ist. 

Wie erklärt sich diese erfreuliche Entwicklung? Neben der genannten aussergewöhnlichen Eigeniniative und Hartnäckigkeit, mit der diese Menschen um ihr Land gekämpft haben ist vor allem die Beratertätigkeit von Ernst Neufeld zu nennen, einem mennonitischen Farmer in der Nachbarschaft. Er half von Anfang an  Gemeinschaft, sich auf dem neuen Land einzurichten und wurde bald von den Indigenen selbst zu ihrem Berater gewählt. Er gründete mit befreundeten Farmern den Freundeskreis Yacacvash, der sich zum Ziel setzte, die Indigenen mit einfachen Landwirtschaftsmaschinen auszustatten und die Infrastruktur für das neue Dorf zu errichten. Im Dialog mit den Führern der Gemeinschaft plant er die Bepflanzung der Felder. Insbesondere hilft er ihnen auch bei der Vermarktung ihrer Feldfrüchte und der Verwaltung ihrer Gewinne, die sie für den Anbau der Felder, den Unterhalt der Maschinen, ihre Beiträge an eine Krankenversicherung und für die Bedürfnisse der einzelnen Familien einsetzen.