Rund 450 km nordwestlich von Asunción befinden sich die drei grossen Mennoniten Kolonien Menno, Fernheim und Neuland. Sie erstrecken sich über eine Fläche von rund 100 auf 100 km und werden von deutschsprechenden  Mennoniten bewohnt, die zwischen 1927 und 1947 in drei Wellen hier einwanderten und aus Russland und Kanada stammten. Der damalige Diktator Stroessner erhoffte sich von diesen fleissigen und Entbehrungen gewohnten Menschen die Erschliessung des unwirtlichen Chacos. Sie zogen auf Kähnen den Paraguayafluss hinauf, drangen entlang einer kurzen Eisenbahnlinie, die dem Holztransport zu den Tanninfabriken am Fluss diente, ins Innere vor und setzen ihre Reise per Ochsenkarren in ihr heutiges Gebiet fort. Unter grossen Opfern begannen diese Menschen, den Wald zu roden und Farmen zu gründen. Sie organisierten ihr Leben nach den Prinzipien ihrer Glaubensüberzeugungen, gründeten Kooperativen, Schulen und Spitäler, bauten Sandpisten als Verbindungswege und hatten eine weitgehend vom paraguayischen Staat unabhängige Verwaltung. Heute besteht die mennonitische Gemeinschaft aus rund 13'000 Personen.

Lange Zeit führten die Einwanderer ein kärgliches Dasein. Erst nach der Fertigstellung der geteerten Transchaco-Strasse blühten die Kolonien auf. Heute gehören die an harte Arbeit gewöhnten Mennoniten zu den erfolgreichsten Herstellern agrarischer Produkte im Land und sind führend in Viehwirtschaft und Ackerbau.

Als Christen pflegten sie von Anfang an ein freundliches, wenn auch paternalistisches Verhältnis zu den Indigenen. Sie beschäftigten viele Männer und Frauen auf ihren Farmen und im Haushalt und bauten den Zugezogenen, Neugierigen und Vertriebenen, Arbeitersiedlungen in der Nähe ihrer dörflichen und kleinstädtischen Zentren. Die Familien erhielten Landstücke, auf denen sie Gemüse anbauen und Kleintiere halten konnten.

Nach der Mechanisierung der Landwirtschaft und dem Anschluss ihrer Siedlungen an das nationale Stromnetz, sahen sich die Mennoniten aber bald ähnlichen Problemen gegenüber, wie sie überall im Lande bei den grösseren und kleineren Siedlungsgebieten festzustellen sind. Die früheren Tagelöhner, die auf den Farmen und in den Bearbeitungsbetrieben beschäftigt sowie auch für Rodungs-  und Holzfällerarbeiten gebraucht wurden, fanden keine Arbeit mehr. Übervölkerung, Entwurzelung und Verelendung waren die Folgen. Diese Probleme sind bis heute nur ansatzweise behoben, doch suchen die Kolonien heute nach wie vor nach Lösungen, wobei diese auch bei ihnen immer mehr im Gespräch mit den Indigenen gesucht werden. Die Mennoniten sind heute auch für unsere überkonfessionelle Organisation ein wichtiger Gesprächspartner.